Evangelische Kirchengemeinde Elberfeld-Südstadt
mit Informationen und Neuigkeiten aus der Christuskirche und der Johanneskirche

Partnerschaftsverbarung mit St. Hedwig

Wortlaut der Partnerschaftsvereinbarung

Partnerschaftsvereinbarung

zwischen der
Katholischen Kirchengemeinde St. Hedwig in Wuppertal
und der
Evangelischen Kirchengemeinde Elberfeld-Südstadt in Wuppertal
Bezirk Johanneskirche

 

Präambel

Im Bekenntnis zur Taufe als dem gemeinsamen Band der Einheit in Jesus Christus, getragen von der Bitte Jesu, „dass alle eins seien“ (Johannes 17,21), bestärkt durch die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ in Augsburg 1999 und ermutigt durch die gemeinsame Unterzeichnung der Charta Oecumenica auf dem Ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003, unterzeichnen wir mit Zustimmung der Kirchenleitungen die folgende Vereinbarung.

Mit ihr geben wir dem zwischen uns gewachsenen Miteinander durch die langjährige geschwisterliche Zusammenarbeit einen verbindlichen Rahmen und verpflichten uns, dieses Miteinander auch weiterhin zu fördern und auszubauen. Ökumenische Partnerschaft gehört zu den Grundanliegen des Lebens unserer beiden Gemeinden.


1. Gemeinsame Gottesdienste
„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Matthäus 18,20). Seit vielen Jahren feiern wir regelmäßig gemeinsam Gottesdienst. Den Anfang bildeten die beiden Gottesdienste am Buß- und Bettag in der Johanneskirche und Ende Januar in St. Hedwig. Diese Gottesdienste werden von beiden Gemeinden gut besucht und festlich gestaltet. Die Kirchenmusik hat dabei einen besonderen Stellenwert.

Am Palmsonntag eröffnen wir seit Jahren die Karwoche mit der Verkündigung des Evangeliums vor der Johanneskirche, gehen in Prozession zur Kirche St. Hedwig und halten dort die Eucharistiefeier. Vor der Osternacht treffen wir uns zu einer Vorfeier am Osterfeuer im Park zwischen unseren Kirchen. Nach den Gottesdiensten in unseren beiden Kirchen treffen wir uns zur gemeinsamen Osteragape.

Weitere regelmäßige gemeinsame Gottesdienste unserer Gemeinden sind der „Weltgebetstag“ am ersten Freitag im März und mehrere ökumenische Schulgottesdienste. Gruppen und einzelne Gemeindeglieder wirken gelegentlich in der Nachbarkirche beim Gottesdienst mit.

Uns ist wichtig, Gottesdienste weiterhin miteinander zu feiern. Unser Ziel ist es, die gottesdienstliche Gemeinschaft zu vertiefen.
 

2. Gemeinsame Bibelarbeit
Im Neuen Testament lesen wir: „Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist“ (Epheser 4,5-6). Deshalb wollen sich beide Gemeinden auf die gemeinsamen biblischen Grundlagen besinnen.

Die Erfahrung der Bibel als gemeinsamer Quelle unseres Glaubens erschließt sich durch Verkündigung und Auslegung des Wortes Gottes. Die Ökumenischen Gespräche tragen zu einem vertieften Verständnis der Heiligen Schrift bei. Unsere Kinder und Jugendlichen werden durch die Kinderbibeltage, gemeinsame Schulgottesdienste und die Unterstützung der Lehrerinnen und Lehrer der umliegenden Schulen an die Grundlagen des Glaubens herangeführt.

Um uns besser zu verstehen und die Beziehungen zu vertiefen, streben wir an, durch verschiedene Formen der Bibelarbeit ein tieferes Verständnis der Heilsbotschaft Christi zu gewinnen.


3. Geistliches Leben
Paulus fordert uns auf: "Lasst euch vom Geist entflammen" (Römer 12,11). Das "Kreisen um uns selbst" wird aufgebrochen, wenn wir gemeinsam still werden und uns Gott öffnen. In den Menschen und Dingen können wir die Nähe Gottes erfahren. Wir sind bemüht, uns immer stärker von der Liebe Gottes ergreifen zu lassen. Auf unserem spirituellen Weg wollen wir die Spuren Gottes in unserem Leben gemeinsam entdecken und dadurch unseren Alltag verändern.

So feiern wir gemeinsam Gottesdienste, die Herz und Geist ansprechen. Wir treffen uns zu Gebeten, die mit Taizé-Gesängen gestaltet sind. Kinder und Jugendliche werden angeleitet, ihren Glauben z.B. bei Bibeltagen mit allen Sinnen zu erfassen.

Wir wollen in Zukunft Glaubensgespräche anbieten, in denen verschiedene Zugänge zu Bibel und Glauben eröffnet werden. Auf diese Weise sollen unsere Bemühungen um ein spirituelles Leben in beiden Gemeinden verstärkt werden, damit der christliche Glaube in allen Bereichen unseres gemeindlichen Lebens und darüber hinaus Wurzeln schlagen kann.

4. Gastfreundschaft

„Die Gastfreundschaft vergesst nicht. Durch sie haben ja manche, ohne es zu wissen, Engel beherbergt“ (Hebräer 13,2). Nachbarschaftsökumene lebt von guten Beziehungen und Gastfreundschaft. Sie entfaltet sich in der lebendigen Begegnung der Gruppen und Mitarbeitenden und verwirklicht sich in der wechselseitigen Anteilnahme. Sie ist für die Konfessionen verbindenden Ehen und Familien der geeignete Ort, eine gemeinsame geistliche Basis zu entdecken und zu leben.

Wir laden uns insbesondere an festlichen Tagen des Gemeindelebens gegenseitig ein, z.B. beim Gemeindefest und zu Jubiläen, und ermuntern uns zur Mitwirkung, z.B. beim Fürbittgebet, bei der Schriftlesung oder bei der musikalischen Gestaltung.
 
In den gottesdienstlichen Ankündigungen und im ökumenischen Gemeindebrief informieren wir uns gegenseitig. Wir arbeiten zusammen in der Bücherei. Die gemeinsame Feier der kirchlichen Trauung unter Beteiligung beider Kirchen ist bereits fester Bestandteil des Gemeindelebens.

Wir setzen uns zum Ziel, Kontakte zwischen Gruppen und Arbeitsbereichen zu fördern. Informationen zu Kinderbibeltagen, zu Kindergottesdienstangeboten und die Einladung zum Patronatsfest sollen zur festen Einrichtung werden.


5. Gewachsene Verantwortung von Seelsorgern, Seelsorgerinnen und Gremien

„Die Pläne werden zunichte, wo man nicht miteinander berät“ (Spr 15,22). In über dreißig Jahren haben sich die Beziehungen unserer beiden Gemeinden entwickelt. Viele Ideen der Anfangsjahre haben sich bewährt, neue Begegnungsfelder sind hinzugekommen.

Um das Netz unserer Partnerschaft immer enger zu knüpfen, wollen wir unserem Miteinander in Folgendem eine verbindlichere Form geben:

- In zweijährlichen Abständen treffen sich die Leitungsgremien unserer Gemeinden, um den Verlauf der Partnerschaft zu überdenken und Perspektiven zu entwickeln.
- Die zuständigen hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorger unserer beiden Gemeinden besprechen regelmäßig gemeinsame Gottesdienste und Veranstaltungen; die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Bedarf.
- Ein ökumenischer Arbeitskreis aus ehren- und hauptamtlich Mitarbeitenden soll gemeinsame Aktionen anregen und koordinieren. Eigenverantwortlich berät dieser Arbeitskreis über den Stand und die Möglichkeiten der Zusammenarbeit und macht den Leitungsgremien Vorschläge zur Umsetzung.

Die Partnerschaft unserer beiden Gemeinden ist offen für die Zusammenarbeit und Partnerschaft mit benachbarten Gemeinden. Der Ökumene auf Stadtebene fühlen wir uns verpflichtet.

Unsere Partnerschaftsvereinbarung ist ein Zeichen großer Hoffnung: der Hoffnung auf einträchtige Zusammenarbeit, der geschwisterlichen Liebe und Einheit, „so dass dadurch allmählich die Hindernisse, die sich der völligen kirchlichen Gemeinschaft entgegenstellen, überwunden“ werden (Zweites Vatikanisches Konzil, Dekret über den Ökumenismus, Art. 4).
In unseren Gemeinden wollen wir alles unternehmen, dieses Ziel zu erreichen.

 

 

 

 

 


Für die Katholische Kirchengemeinde
St. Hedwig

 

Winfried Breidenbach
Pfarrer

Waltraud Gerz
Vorsitzende des Pfarrgemeinderats

Karl-Josef Lenz
Stellv. Vorsitzender des Kirchenvorstands

Dr. Paul Meisenberg
Subsidiar und Ökumenebeauftragter

Jürgen Stassen
Mitglied des ökum. Arbeitskreises

 


Für die Evangelische Kirchengemeinde Elberfeld-Südstadt

 

Angelika van der List
Pfarrerin, Vorsitzende des Presbyteriums

Marianne Rosenberg
Stellv. Vorsitzende des Presbyteriums

Gerson Monhof
Pfarrer

Ulrich Severitt
Presbyter

Reiner Sobota
Presbyter