Evangelische Kirchengemeinde Elberfeld-Südstadt
mit Informationen und Neuigkeiten aus der Christuskirche und der Johanneskirche

Die Offenen Abende

Es gibt sie schon seit den 1970er Jahren: Damals gegründet von Pfarrer Eberhard Röhrig, sind die Offenen Abende in der Johanneskirche am Friedenshain bis heute ein fester Bestandteil des Gemeindelebens. Einmal im Monat und zehnmal im Jahr laden sie zu Vorträgen, Lesungen und Gesprächen über "Gott und die Welt" ein. Ob Gesellschaft und Politik, Religion und Kultur, Wirtschaft und Soziales - kein Thema ist tabu, das Spektrum breit gefächert. Es reicht von der Frage "Brauchen wir mehr direkte Demokratie?" (Prof. Dr. Hans-Joachim Lietzmann) über die romanhafte Verarbeitung eines Familientraumas: "BruderTod - ein Kinderleben" (Michael Zeller) bis hin zu den Gedanken über "Evangelische Friedensethik angesichts globaler Herausforderungen" (Pastor Renke Brahms).

Besonders gut kam die "Schwerpunktreihe Wuppertal" an, mit der 2014 an den Zusammenschluss von Barmen und Elberfeld vor 85 Jahren erinnert wurde. Referenten wie Prof. Dr. Volkmar Wittmütz, Michael Okroy, Thomas Lenz und viele andere warfen einen kritischen Blick auf eine Stadt, in der es gerade im 19. Jahrhundert viel Reichtum, aber noch mehr Armut gab. Auch heute steht die Stadt finanziell angesichts hoher Arbeitslosigkeit und ständig steigender Sozialausgaben keineswegs glänzend da. Dennoch bescheinigte ihr Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts, gute Chancen für die Zukunft. Dass die Kultur noch immer vom einstigen Reichtum zehrt, machte Museumsdirektor Dr. Gerhard Finckh deutlich. Ohne die vielen großzügigen Stifter, allen voran August und Eduard von der Heydt, hätte das Haus am Turmhof es kaum in die erste Liga der deutschen Kunstmuseen geschafft und könnte der Hausherr nicht immer wieder exquisite Ausstellungen anbieten.

In einer globalen Welt der Umbrüche, Katastrophen und Kriege indes reicht es nicht, sich nur mit den eigenen Problemen zu beschäftigen. Immer wieder werden in den Offenen Abenden aktuelle Themen aufgegriffen. So gab es Vorträge über die "Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer und die EU-Abschottungspolitik" (Heinz Drucks), über "Migration und Integration" (Prof. Dr. Rita Süssmuth) sowie die "Geschichte des Islam vom 7. bis zum 21. Jahrhundert" (Prof. Dr. Gudrun Krämer), um nur drei Beispiele zu nennen. Auch wenn sich Krisen und Kriege fern von Deutschland abspielen, immer sind Menschen betroffen, die sich ihr Schicksal nicht ausgesucht haben. Menschen wie Nizaqete Bislimi, die als 14jähriges Roma-Mädchen mit ihren Eltern vor dem drohenden Krieg im Kosovo nach Deutschland flüchtete und es allen bürokratischen Widerständen zum Trotz von der Asylbewerberin zur Anwältin schaffte. In der Johanneskirche las sie aus ihrem Buch "Durch die Wand" und bekannte, dass sie es ohne die Hilfe von Lehrern, Sozialarbeitern und Menschen, die ihre Freunde wurden, nicht so weit gebracht hätte.

Die Offenen Abende beschäftigen sich aber natürlich nicht nur mit den Problemen dieser Welt. Auch Unterhaltsames wie "Romdeutsch" (Prof. Dr. Karl-Heinz Weeber), die "Kultur des Fußballs" (Prof. Dr. Matias Martinez) oder ein Dia-Vortrag über eine "Reise zu den Falklandinseln" (Georg van den Bruck) gehören zum Programm.

Viele und manchmal auch prominente Gäste wie der verstorbene Cap Anamur-Gründer Rupert Neudeck haben mit ihren Vorträgen dafür gesorgt, dass die Offenen Abende inzwischen auch jenseits der Gemeindegrenzen ein Begriff sind. Die Veranstalter sehen das als Verpflichtung und Ansporn, sich weiterhin für eine demokratische, offene und pluralistische Gesellschaft einzusetzen. Eine Gesellschaft, in der Werte wie Mitmenschlichkeit, Respekt und Toleranz nicht nur beschworen sondern gelebt werden. In diesem Sinne sind alle Interessierten herzlich zu den Veranstaltungen im Gemeindesaal eingeladen.

Die Offenen Abende sind Veranstaltungen
der Evangelischen Gemeinde Elberfeld-Südstadt.
Sie finden immer donnerstags 
im Saal der Johanneskirche statt.

Beginn 19:30 Uhr. 
Der Eintritt ist frei. 
Um eine Kollekte am Ausgang wird gebeten. 
Verantwortlich: Birgit Schaffer, Gerson Monhof.

Download zum Veranstaltungsheft 1/2018

Offener Abend mit Dr. Leonard Novy, Berlin/Köln

„Hat die Zeitung noch eine Zukunft?“ – Über den rasanten Wandel der Medienlandschaft und die möglichen Folgen für die Gesellschaft.