Evangelische Kirchengemeinde Elberfeld-Südstadt
mit Informationen und Neuigkeiten aus der Christuskirche und der Johanneskirche

Neuheiten

Hier finden Sie Neuanschaffungen der Bücherei.

Die Geschichte der Bienen

von Maja Lunde

Mit dem  Schicksal  dreier Menschen aus unterschiedlichen Zeiten wird  die Problematik des Bienensterbens nachdrücklich deutlich.

Ein ehrgeiziger Biologe, der mit einer Samenhandlung seine Familie ernährt, aber damit nicht zufrieden ist, beobachtet Bienen. Er hat die Idee einen Bienenstock  zu bauen, in dem die Bienen ihrer Tätigkeit nachgehen können aber der Mensch den Honig entnehmen kann, ohne die Tiere zu stören. Tragischerweise führt er seine Erkenntnisse nicht zum Erfolg, aber seine Tochter schafft es.. Im zweiten Erzählstrang begleitet der Leser einen tüchtigen Imker 2007 in Amerika, der seinen Hof erweitern will und darauf hofft, dass sein Sohn weitermacht. Dieser hat jedoch andere Pläne. Doch dann geschieht das Unglaubliche, die Bienen verschwinden! Der dritte Erzählstrang spielt in China, im Jahr 2098. Frauen werden dazu ausgebildet, die Blüten per Hand zu bestäuben, eine mühselige Arbeit. Von ihrem Geschick hängt die Sicherung der Ernährung ab. Tao, eine dieser akrobatischen Bestäuberinnen hofft, dass ihr Sohn später in einer besseren Welt lebt, diese wird durch ein tragisches Ereignis enttäuscht. Aber es gibt auch wieder Hoffnung.

Ein Buch, das auf spannende Weise zeigt, wie die Eingriffe in die Natur die Menschheit gefährden.

Wenn das Herz im Kopf schlägt

von Mechthild Borrmann

Der alte Gietmann ist tot. Schnell spricht sich die Nachricht im niederrheinischen Dorf herum. In der Zeitung steht schon die Todesanzeige, sehr merkwürdig und wie die Leiche zugerichtet war! Die Polizei ermittelt und stellt Fragen, die Leute aus dem Dorf schweigen. Erst als die zweite Leiche gefunden wird und wieder die Todesanzeige zu schnell erscheint, werden einige Dorfbewohner unruhig und fühlen sich bedroht. Alte Geschichten aus dem Dorf werden wieder in Erinnerung gerufen. Zwei der vier  Stammtischfreunde sind nun tot, der Dritte ist bereit zu reden, aber erst nach der Beerdigung des ersten Opfers. Reicht das zur schnellen Aufklärung des Falles?

Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

von Susann Pásztor

Susann Pásztor  hat einen Roman über Sterbebegleitung geschrieben, der nicht traurig macht, sondern mit viel Humor Lust aufs Leben weckt. Die 60-jährige Karla ist unheilbar an Krebs erkrankt. Für Fred, alleinerziehender Vater eines 13jährigen Sohnes, der auf der Suche nach einer sinnvollen Aufgabe gerade die Ausbildung zum Hospizhelfer absolviert hat, wird Karla  zu seinem ersten "Fall". Seine gut gemeinten, aber hilflosen Angebote stoßen bei Karla auf schroffe Ablehnung. Sie will einen Menschen, der in ihrer Nähe ist, wenn sie ihn braucht und der sich zurückzieht, wenn sie allein bleiben will. Es dauert eine ganze Weile, bis Fred nicht mehr seine Vorstellungen von einer richtigen Begleitung umsetzen möchte, sondern auf die Bedürfnisse von Karla eingehen kann. Unerwartete Hilfe bekommen beide von Freds 13-jährigem Sohn Phil. Er hilft Karla, die eine leidenschaftliche Fotografin war, unzählige alte Negative zu scannen. Und er lernt, Karla mit ihren Bedürfnissen zu verstehen. Beeindruckend, wie die Autorin die behutsame Annäherung des Jungen an die todkranke Karla erzählt.

Die Autorin beschreibt die Figuren ihres Romans mit großem Respekt, mit feinsinnigem Humor in der Schilderung ihrer Motive und einem liebevollen Blick auf das Bemühen, das Leben zu gestalten. Ein wunderbarer Roman, der den Tod ernst und das Leben mit all seinen Wirrungen doch leicht nimmt.

Nach Hause gehen: Eine Heimatsuche

von Klare,Jörn

Der Journalist Jörn Klare wandert  allein nach Hause. Er ist auf der Suche nach seiner „Heimat“ und was „Zuhause“  für ihn bedeutet. Sein Weg führt ihn vom  Wohnort Berlin nach Hohenlimburg die Stadt seiner Kindheit und Jugend und damit von Ost nach West. Die Begegnungen mit den verschiedenen Menschen die er nach ihrer Heimat fragt, ergeben ein facettenreiches Bild. Geschickt streut er eigene Beobachtungen und seine Gedanken aus Dichtung und Philosophie ein. Auf der Wanderung beobachtet er die Verödung der Innenstädte und der ländlichen Bereiche. Besonders hebt er Menschen hervor, die sich für ihre Heimat engagieren und etwas erhalten und wieder aufbauen wollen und sich um ein friedliches Miteinander mühen. Ein Mönch stellt „Heimat“ als einen weiten Horizont vor. „ Seine Heimat sieht er im Himmel…

Besonders interessant fand er die Antworten der Menschen im Osten, weil sie einen anderen Erfahrungshorizont haben, als der Journalist aus dem Westen. Die auf der Wanderung gewonnenen Eindrücke machen nachdenklich und berühren den Lesenden.

Er beginnt sein Buch fast am Ziel seiner Wanderung in Altena, dann geht es um den Beginn der Reise. Der Wechsel zwischen Beginn und fast am Ziel findet oft überraschend statt und erhöht die Spannung.
Ein interessantes Buch über die Erlebnisse während des langen Fußwegs. Die Eindrücke und Antworten der Reisebegegnungen waren sehr vielfältig.

Aufräumen

von Angelika Waldis

Luisa hat genug von ihrem bisherigen Leben. Jetzt, mit 71,beschließt sie aufzuräumen. Alfred, ihr langjähriger Ehemann, der sich als Künstler sieht, und sich alle Freiheiten zur eigenen Lebensgestaltung herausnimmt, seiner Frau  die Kindererziehung und  Sorge um Finanzen der Familie überlässt, soll entsorgt werden. Sie plant ihn mit einem pikanten Curry plus Giftmischung  "aufzuräumen" .Wenn sie schon wegen ihm zur Mörderin wird, sollen auch noch zwei weitere Männer sterben, die ihr Leben belasten. Der unfähige Arzt, der ihre Tochter durch eine  verpfuschte Operation in den Rollstuhl gebracht hat und der Schwiegersohn der ihrer zweiten Tochter Mirjam das Leben verdirbt, so das sie nicht mehr wie früher lacht.

Aber so einfach wie gedacht lassen sich ihre Pläne nicht umsetzen. Mit Witz und einer gehörigen Portion Ironie nimmt uns die Autorin mit auf die Reise zum Opfer. Sie lernt einen Mann kennen, der ein ziemlich schräger Vogel zu sein scheint, den sie aber nicht wieder los wird. Gleichzeitig rollt die Autorin in Rückblenden das bisherige Leben Luises auf. Eine Gratwanderung zwischen Tiefgang und Heiterkeit.

Eva und der Zitronenfalter: Frauengeschichten aus der Bibel

von Susanne Niemeyer

Hinreichend bekannte Frauen der Bibel begegnen uns neu in kurzen Erzählungen so selbstverständlich. Fast wie von nebenan. Altbekanntes wirkt zeitnah. Jesus ist jemand, mit dem man reden kann, der zuhört und sich einlässt auf Probleme.

Zu jeder einzelnen Erzählung wir am Schluss der entsprechende Bibeltext zitiert.

Nussschale

von Ian McEwan

Aus einer außergewöhnlichen Perspektive erzählt der Autor ein Familiendrama, wie es auch schon vor Jahrhunderten beschrieben wurde. Aus dem Erleben eines acht Monate alten Fötus, in seiner immer enger werdenden Behausung, erfahren die Leser von den Mordplänen seiner Mutter und ihres Liebhabers an dem Vater des Kindes.

Dem für seine großartige Sprachkunst berühmten Autor gelingt es, mit dieser außergewöhnlichen Sichtweise des Ungeborenen, einen besonderen Blick in die menschliche Seele und auf unsere Welt zu werfen.

Ein erstaunliches Lesevergnügen, spannend, manchmal witzig und philosophisch.

Cox oder Der Lauf der Zeit

von Christoph Ransmayr

Der Autor entführt seine Lesenden in das 18.Jahrhundert. Alister Cox, in Anlehnung an James Cox, einem berühmten englischen Uhrmacher und Automatenbauer, folgt einer Einladung zum chinesischen Kaiser.

Mit ihm machen sich drei seiner Mitarbeiter auf die beschwerliche Seereise von England nach China. In der verbotenen Stadt leben sie im Luxus, aber gleichzeitig auch völlig isoliert und sollen dem Kaiser noch nie dagewesene Wunderwerke der Technik erstellen. Der erste Auftrag soll die Zeit eines Kindes anzeigen, die Leichtigkeit der Zeit und scheinbare Unendlichkeit. Für einen zum Tode verurteilten erscheint die Zeit viel kostbarer und schon verloren zu sein. Cox versteht, was der Kaiser Quianlong von ihm will und steht deshalb doch vor einer fast unlösbaren Aufgabe. Der Kaiser fordert schließlich ein Uhrwerk, das die Dauer der Ewigkeit messen soll.
Ransmayer schildert die Gegebenheiten am chinesischen Hof facettenreich und gibt viele Einblicke in das Geheimnis der Zeit.

Sehende Hände

von Bi Feiyu

Der blinde Wung Daifu und seine ebenso blinde Verlobte Xiao Kong arbeiten in einem Tuina-Massagezentrum in Najing. Die Tuina Massage gehört zur chinesischen Medizin und trägt zur Gesundheit bei. Gerade blinde Masseure haben besonders geschickte Hände und ein gutes Einfühlungsvermögen und sind hilfreich bei vielen gesundheitlichen Problemen. Das Paar  strebt nach beruflichen Erfolg und zufriedenstellenden Lebensumständen. In der Tuina- Klinik arbeiten viele Menschen und deshalb gibt es Neid, überwundende Traumata und den Traum nach Glück.  Die Lebensgeschichte des Umfeldes der binden Liebenden gibt einen kleinen Einblick in die Lebensbedingungen in China.

Ein untadeliger Mann

von Jane Gardam

Ein britischer Gentleman, gepflegte Kleidung, hervorragendes Benehmen, eine geradlinige Karriere im Beruf und mit einer schönen Frau verheiratet, kurz es ist alles untadelig.

Er arbeitet in Hongkong als Kronanwalt und sein Ruf lässt keinen Zweifel an seiner Tüchtigkeit. Den Ruhestand verbringt er mit seiner Frau in England, doch als diese stirbt und er allein zurückbleibt, ändert er seine Gewohnheiten und begibt sich an die Orte seiner fast vergessenen Vergangenheit. Dabei holt er Ereignisse seines Lebens ans Licht, an die er sich nicht so gern erinnert.